geh zur Hypoauktion Homepage

Hypothekenlexikon

Für volle Transparenz
Service Line 0800 262 262

Hypothek für Pensionskassen - Hypotheken-Ratgeber | Hypoauktion

Hypothek als Anlagemöglichkeit für Pensionskassen

Erwerben & Finanzieren Mike Demuth
Bewertungen: 5.0

Lange Zeit war in der Schweiz klar, wer eine Hypothek möchte, geht zu einer Bank. Diese Aussage ist heute nicht mehr so eindeutig wie früher, da mit Versicherungen und Pensionskassen weitere Anbieter auf dem Hypothekarmarkt präsent geworden sind. Die Gründe dafür liegen insbesondere beim heutigen Tiefzinsumfeld, welches insbesondere Versicherungen und Pensionskassen zu neuen Anlagemöglichkeiten drängt. Weil sich durch die neuen Markteilnehmer der Wettbewerb im Hypothekargeschäft erhöht hat, profitieren Sie im aktuellen Marktumfeld von sehr attraktiven Konditionen.

Aktuelles Tiefzinsumfeld

Im Jahr 2014 hat die Schweizerische Nationalbank einen Entscheid getroffen, welcher für lange als unvorstellbar galt. Die Einführung von Negativzinsen für Einlagen bei der Nationalbank. Dies hat zur Folge, dass Banken Zinsen dafür zahlen müssen, wenn sie Kundengelder bei der Schweizer Nationalbank parkieren. Da die Banken diese Negativzinsen nur ungerne an ihre Kunden weitergeben möchten, da dadurch ein Kundenverlust eintreten könnte, müssen sie über andere Wege diesen Zinsverlust wieder kompensieren. Ein solcher ist beispielsweise die Erhöhung der Hypothekarzinsen, um die Marge zu erhöhen. Dies erhöht jedoch die Attraktivität von anderen Anbietern am Hypothekarmarkt wie Versicherungen oder Pensionskassen, welche weniger stark von Negativzinsen belastet sind und dadurch weiterhin günstige Hypotheken anbieten können. Das Tiefzinsumfeld ist jedoch auch für Pensionskassen eine grosse Herausforderung für die Erreichung einer positiven Rendite. Die Tätigkeit als Hypothekarinstitut ist ein Lösungsansatz für dieses Problem.

Mangelnde Anlagemöglichkeiten

Für Pensionskassen führt das Tiefzinsumfeld zu einer Reduktion von attraktiven Anlagemöglichkeiten für ihre Kundengelder, welche sie gesetzlich zu einem Mindestzinssatz verzinsen müssen. Der Mindestzinssatz wurde zwar 2017 von 1,25 auf 1.0 Prozent gesenkt, eine weitere Reduktion wurde jedoch für das Jahr 2019 nicht vorgenommen. Somit müssen Pensionskassen weiterhin nach Alternativen suchen, um die geforderten Zinsziele zu erreichen. Die früheren Zugpferde Aktien und Obligationen sind längst nicht mehr so attraktiv wie früher. Die Aktienmärkte haben sich zwar seit der Finanzkrise stark erholt, es wird jedoch in nächster Zeit nicht mit starkem Wachstum bei Aktien gerechnet. Im Gegenteil, Ende 2018 und Anfang 2019 gab es eine starke Kurskorrektur bei den Aktientiteln. Die Rendite von Obligationen hat sich infolge des tiefen Zinsniveaus in den letzten Jahren auch stark reduziert, die früheren Zinsgewinne sind heute kaum mehr möglich, es droht sogar ein Kursverlust. Um die Ziele trotzdem zu erreichen und das Portfolio zu diversifizieren haben Pensionskassen den Hypothekarmarkt erschlossen.

Hypotheken als Anlagemöglichkeit

Durch das Geschäft mit Immobilen können Pensionskassen ihr Portfolio durch eine nach wie vor sichere Anlagemöglichkeit erweitern. Sie können die etwas risikoreichere Variante wählen und selbst Immobilienprojekte planen und bauen. Dadurch können grössere Renditen durch Mieteinnahmen erzielt werden, jedoch ist auch das Risiko grösser, beispielsweise durch einen Zahlungsausfall durch nicht-zahlende Mieter oder durch das Leerstandrisiko. Die sicherere Alternative ist die Vergabe von Hypotheken, durch welche ein regelmässiger Ertrag durch die Hypothekarzinsen erzielt werden kann. Zudem wird das Risiko an den Kunden übertragen und falls der Kunde nicht mehr zahlkräftig ist, kann die Immobilie verkauft werden. Pensionskassen sehen deshalb Hypotheken als sinnvolle Alternative um eine sichere Rendite zu erzielen und bieten attraktive Hypothekarkonditionen und Hypothekarzinsen an. Dabei haben sie im Gegensatz zu Banken einen gewichtigen Wettbewerbsvorteil – sie sind nicht von der Regelung des antizyklischen Kapitalpuffers betroffen.

Kompetitiver Vorteil: Antizyklischer Kapitalpuffer

Der antizyklische Kapitalpuffer wurde 2012 als präventive Eigenkapitalmassnahme für Banken eingeführt um eine Situation wie in der Finanzkrise zu vermeiden. Dabei können Banken verpflichtet werden, ihr Eigenkapital schrittweise aufstocken zu müssen. Sie müssen beispielsweise auf Wohnbau-Hypotheken Eigenmittel in Höhe von zwei Prozent als Eigenkapital deponieren. Im Gegensatz zu Banken, sind Pensionskassen von dieser Regelung nicht betroffen. Dies führt zu einem Wettbewerbsvorteil, da Pensionskassen dadurch tiefere Hypothekarzinsen anbieten können. Dies ist auch deutlich bei einem Hypothekenvergleich ersichtlich. Insbesondere bei langfristigen Festhypotheken sind die Hypothekarzinsen von Pensionskassen deutlich unter denjenigen von Banken. Die Standardkonditionen für eine 10-jährige Festhypothek bei der Crédit Suisse liegen aktuell bei 1.67%. Zum Vergleich bietet beispielsweise die aargauische Pensionskasse (APK) für 10-jährige Festhypotheken einen Hypothekarzins von 1.25% an. Dieser Wettbewerbsvorteil des antizyklischen Kapitalpuffers ist bei Banken nicht beliebt und wird in Zukunft bei stärkerem Wachstum von Pensionskassen am Hypothekarmarkt möglicherweise unter Beschuss geraten. Aktuell ist die Marktposition der Banken aber nach wie vor sehr stark wie die aktuelle Entwicklung zeigt.

Aktuelle Entwicklung

Das Gesamtmarktvolumen am Schweizer Hypothekarmarkt steigt weiterhin an und hat 2018 die Marke von 1'000 Milliarden Schweizer Franken überschritten. An diesem Hypothekarvolumen halten Banken nach wie vor die grosse Mehrheit mit rund 95 Prozent. Die restlichen fünf Prozent teilen sich Versicherungen und Pensionskassen auf. Diese machen also nach wie vor einen sehr kleinen Teil am Hypothekarmarkt aus. Insgesamt verfügen Pensionskassen aber über ein starkes Wachstum beim Hypothekarvolumen und vergrössern dadurch den Anteil an Hypotheken in ihrem Anlageportfolio. Im Vergleich zu Banken ist der Anteil an Hypotheken jedoch nach wie vor sehr gering und wird auch voraussichtlich so bleiben. Pensionskassen gehen tendenziell weniger Risiken bei ihren Anlagen an und akzeptieren beispielsweise nur sehr sichere Immobilien und Kunden für Hypotheken. Zudem verfügen sie nach wie vor nicht über die gleiche Infrastruktur für Hypothekargeschäft und müssen diese Prozesse häufig auslagern.

Positive Entwicklung für Hypothekarnehmer

Das grössere Interesse von Pensionskassen am Hypothekarmarkt ist auch für Sie als Kunde positiv zu werten. Dies bringt mehr Wettbewerb auf den Markt und bietet insbesondere für Sie als Kunden durch die meist tiefen Hypothekarzinsen von Pensionskassen interessante Perspektiven. Sind Sie auf der Suche nach einer Hypothek, lohnt es sich ein Angebot einer Pensionskasse zum Vergleich einholen.

Erfahren Sie mehr!

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Pensionskassen am Hypothekarmarkt oder interessieren sich im Generellen für das Thema Kauf/Verkauf von Immobilien? Warten Sie nicht ab und kontaktieren Sie uns. Das Team von Hypoauktion steht Ihnen durch eine unabhängige und kompetente Beratung gerne zur Seite.

Zurück