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PostFinance Hypothek - Hypotheken-Ratgeber | Hypoauktion

PostFinance soll inskünftig eigene Hypotheken vergeben dürfen

Erwerben & Finanzieren Thierry Meyer
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Der Schweizer Hypothekarmarkt könnte bald um einen grossen Player reicher werden: Der Bund prüft zurzeit, ob er der PostFinance inskünftig erlauben will, eigene Hypotheken und Kredite zu vergeben. Damit dürfte der Druck auf die Hypothekenzinsen weiter anhalten.

Gesetzliche Einschränkung

Seit langer Zeit hadert die PostFinance mit einer gesetzlichen Vorgabe: Obwohl sie seit 2013 eine Banklizenz hat, ist es der Tochterfirma der Schweizerischen Post AG untersagt, selbständig im Hypothekenbereich tätig zu sein (bis anhin wickelte sie Hypotheken durch eine Partnerschaft mit der Valiant Bank und der Münchener Hypothekenbank über mehrere Kanäle, unter anderem einer Online-Hypothek ab). Das hat einschneidende Auswirkungen auf ihren Geschäftsverlauf, da ihr Zinsdifferenzgeschäft lediglich aus der Marge zwischen den Zinsen, die sie auf festverzinsliche Wertpapiere erhält, und den Zinsen, die sie auf Kundengelder zahlt, besteht. Das klassische Zinsdifferenzgeschäft, das bei anderen Retailbanken zu den zentralen Ertragspfeilern gehört (die Marge aus Zinsen, die sie auf Hypotheken und Kredite erhalten, und Zinsen, die sie auf Kundenvermögen bezahlen), bleibt ihr bis dato verwehrt. Doch das soll sich nun ändern.

Durch Hypotheken und Kredite den Ertrag steigern

Da die Tiefzinsphase weiterhin anhält, rechnet die PostFinance damit, dass ihr Betriebserfolg mit dem bisherigen Geschäftsmodell in den kommenden Jahren weiter schrumpfen wird. Das hat auch das Ergebnis im ersten Halbjahr 2018 verdeutlicht, das markant zurückgegangen ist. Diese Entwicklung hat die Geschäftsleitung um Hansruedi Köng erneut veranlasst, auf den Wettbewerbsnachteil, der mit dem Verbot der Hypothekenvergabe einhergeht, hinzuweisen. Und dieses Mal scheint sie damit erfolgreich zu sein: Der Bundesrat hat die Bredouille der PostFinance erkannt und scheint sich ihrer zu erbarmen. So plant er mit dem Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation sowie dem Finanzdepartement, das Postorganisationsgesetz zu revidieren und ihr den Vorstoss in den Hypothekarmarkt zu erlauben. Dafür bräuchte die PostFinance aber zusätzliches Eigenkapital.

Zusätzliches Eigenkapital wegen too big to fail

Im Jahr 2015 wurde die PostFinance von der Schweizerischen Nationalbank als systemrelevant eingestuft (damit ist sie neben den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Zürcher Kantonalbank und der Raiffeisen-Gruppe die fünfte Schweizer Bank mit dem too-big-to-fail-Status). Das hat zur Folge, dass sie zusätzliche Eigenkapitalanforderungen erfüllen muss. Um dieses zu beschaffen, soll auch das Aktionariat geöffnet werden: Bis anhin waren 100% der Aktien im Besitz der Schweizerischen Post AG. Dies soll sich nun zumindest teilweise ändern. Dabei betonte der Bund aber, dass die Schweizerische Post AG Mehrheitsaktionärin bleiben wird.

Wettbewerb im Hypothekenbereich wird zusätzlich angeheizt

Mit ihrem Filialnetz in der ganzen Schweiz würde die PostFinance bei Aufhebung des Verbots ein ernstzunehmender Mitbewerber für die anderen Retailbanken im Hypothekarbereich werden – so auch für die jetzige Partnerbank Valiant, mit der die Zusammenarbeit nach der Gesetzesrevision aufgrund der direkten Konkurrenzsituation beendet wäre. Ob die Angebotspalette der PostFinance im Finanzierungsbereich klassische Produkte wie die Festhypothek, Libor-Hypothek oder Variable Hypothek enthalten wird oder sie mit speziellen Kreditformen den Markt erobern will, bleibt abzuwarten. Für Eigenheimbesitzer (und alle, die es noch werden wollen), ist in jedem Fall die gute Nachricht, dass ein zusätzlicher Anbieter den Wettbewerb weiter anheizt und so dafür sorgt, dass der Druck auf die Hypothekarzinsen anhalten dürfte. Dies würde sich in einer Anfangsphase wohl sehr eindrücklich zeigen, weil die Post Finance als etablierte Marke den aktuell noch fehlenden Marktanteil auf ein ansprechendes Volumen ausbauen möchte. Denn ohne ein entsprechendes Mindestvolumen an Hypotheken würde sich der Schritt nicht lohnen, da der Einstieg mit grossen Anfangskosten verbunden ist. Diese setzen sich unter anderem aus der Schulung des Personals, systemischen Anpassungen und der Aufgleisung von neuen Kooperationen zusammen. Dementsprechend ist mit sehr attraktiven Einstiegskonditionen zu rechnen, sofern die Bewilligung für die Hypothekarvergabe erteilt wird.

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