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Denkmalschutz - Hypotheken-Ratgeber | Hypoauktion

Denkmalschutz – Was muss beachtet werden?

Recht & Steuern Mike Demuth
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Unter dem Wort Denkmalschutz verstehen viele grundsätzlich den Schutz von alten Bauten wie Schlössern, Ruinen oder Kirchen. Dabei sind sich die meisten einig, dass solch historische Bauten geschützt werden sollen. Der Begriff Denkmalschutz beschränkt sich jedoch nicht nur auf öffentliche Bauten, sondern kann auch auf private Wohnhäuser angewendet werden. Welche Folgen dies für Sie als Hausbesitzer hat und was es beim Denkmalschutz zu beachten gilt, wird nachfolgend betrachtet.

Der Begriff Denkmalschutz

Ziel des Denkmalschutzes ist es, kulturelle Werte aus vergangenen Zeiten zu erhalten. Schweizweit sind neben Gebäuden wie Kirchen, Burgen und Türmen über 200'000 Wohngebäude durch den Denkmalschutz geschützt. Dabei gibt es keine eindeutige Definition für Gebäude, die von der Denkmalpflege als schutzwürdig erachtet werden. Dies hat auch damit zu tun, dass der Denkmalschutz Sache der Kantone ist und diese die Gesetze für denkmalgeschützte Gebäude vorgeben. Dadurch kommt es auch zu schweizweiten Unterschieden bei der Handhabung des Denkmalschutzes je nach Kanton. Üblicherweise findet eine Bewertung durch Fachexperten statt, welche definieren, ob ein Gebäude als schützenswert zu betrachten ist. Viele Besitzer von Eigentum fürchten sich vor dem Denkmalschutz, da dadurch grosse Einschränkungen erfolgen können.

Folgen von Denkmalschutz

Ein Hausbesitzer in Bayern schrieb über seine Toreinfahrt: «Gott schütze mich vor Staub und Schmutz, vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz.» Sind Sie Besitzer eines vom Denkmalschutz geschützten Gebäudes, müssen Sie einige Dinge beachten. Jegliche Renovations- und Umbauarbeiten sollten im Voraus mit der Denkmalschutzbehörde besprochen und abgeklärt werden. Falls Sie einen Umbau ohne das Einverständnis der Behörden vollziehen, kann dies zu Ärger, beispielsweise durch Zusatzkosten, führen. Die Behörde kann einen kompletten Rückbau verlangen und Ihnen entstehen beträchtliche Mehrkosten. Meistens kommt es beim Umbau von Fassaden und der ursprünglichen Bausubstanz zu solchen Problemfällen. Bei Renovationen im Innern des Gebäudes sind die Behörden wesentlich kulanter, da es weiterhin funktionsfähig und bewohnbar sein soll. Ein Umbau einer Küche ist somit meistens ein deutlich kleineres Problem. Ein grosser Streitpunkt sind jeweils die Renovationen von Fenstern und die Konflikte zwischen Denkmalschutz und Energieeffizienz.

Energieeffizienz vs. Denkmalschutz

Viele Besitzerinnen und Besitzer von Wohneigentum sind heute daran interessiert, möglichst nachhaltige und energieeffiziente Baumassnahmen zu treffen. Dadurch können die Betriebskosten einer Immobilie reduziert und steuerliche Vorteile erzielt werden. Bei einem Gebäude mit Denkmalschutz kann dies zu einem Konflikt führen, da beispielsweise nicht einfach die alten Fenster durch neue, besser isolierte, ersetzt werden dürfen. Es reicht auch nicht, neue Fenster einzubauen, welche gleich aussehen wie die alten. Für den Denkmalschutz ist insbesondere das verwendete Material bei alten Bauten schützenswert und nicht nur die Optik. Es gilt auch hier, das klärende Gespräch mit der Behörde zu suchen, um gemeinsam eine sinnvolle Lösung zu finden. Für viele energieeffiziente Bauvorhaben wie beispielsweise den Einbau von Solarzellen gibt es mittlerweile neue kreative Lösungen, die mit dem Denkmalschutz vereinbar sind.  Ausserdem gibt es neben den erwähnten Einschränkungen auch Vorteile für Besitzer von Immobilien mit Denkmalschutz: So gewährt die Denkmalschutzbehörde häufig finanzielle Unterstützung bei Renovationsarbeiten.

Finanzielle Hilfe der Denkmalschutzbehörde

Vorab ist zu erwähnen, dass die Denkmalschutzbehörde nicht verpflichtet ist, Renovationen finanziell zu unterstützen. In den meisten Fällen gibt es bei werterhaltenden Renovationen und Umbauarbeiten eine finanzielle Hilfe der Behörde. Wie hoch diese ausfällt, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich und erfordert eine Einzelbewertung. In den meisten Fällen liegt der Unterstützungsbetrag bei 20 – 40 Prozent der Gesamtkosten der Renovation. Bei einigen Renovationsarbeiten ist auch eine vollständige Kostenübernahme möglich, wenn beispielsweise die Renovation nur aus Sicht der Denkmalbehörde notwendig ist, etwa beim Erhalt einer historischen Inschrift am Haus. Es zeigt sich, dass der Denkmalschutz für Sie auch positive Folgen haben kann. Wichtig ist es in jedem Fall, eine Vorabklärung zu treffen.

Informieren Sie sich vorzeitig

Informieren Sie sich bereits vor dem Kauf einer Immobilie, ob diese unter Denkmalschutz steht und welche Folgen dies für Sie hat. Dadurch können Sie bereits im Voraus abschätzen, ob Sie mit dieser Einschränkung leben können und vermeiden böse Überraschungen. Entscheiden Sie sich für den Kauf einer Immobilie mit Denkmalschutz oder besitzen Sie bereits eine, sollten Sie unbedingt den regelmässigen Austausch mit der Denkmalschutzbehörde suchen. Diese offeriert eine kostenlose Beratung, kann fachliche Experten zur Begutachtung Ihrer Immobilie aufbieten und mögliche Umbauarbeiten direkt bewerten. Kontaktieren Sie die Behörde bei geplanten Renovationen möglichst frühzeitig, um Kosten und Zeit einzusparen und klären Sie ab, ob die Behörde Ihr Bauvorhaben finanziell unterstützt.

Erfahren Sie mehr!

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Denkmalschutz oder interessieren Sie sich im Generellen für den Verkauf/Kauf einer Liegenschaft? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Das Team von Hypoguide steht Ihnen gerne mit einer unabhängigen und kompetenten Beratung zur Verfügung.

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