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Notar - Hypotheken-Ratgeber | Hypoauktion

Die Rolle des Notars beim Hauskauf

Recht & Steuern Mike Demuth
Bewertungen: 4.8

Sie haben Ihre Traumimmobilie gefunden und haben sich mit dem Verkäufer über die Modalitäten wie beispielsweise den Kaufpreis geeinigt? Dann gibt es noch eine letzte Hürde zu meistern. Der Gang zum Notar und die damit verbundene notarielle Beglaubigung des Rechtsgeschäfts. Eine notarielle Beglaubigung ist bei solch grossen Rechtsgeschäften von Gesetzes wegen obligatorisch. Damit Sie die letzte Hürde des Hauskaufs erfolgreich meistern können, gibt der nachfolgende Artikel Auskunft über die Rolle des Notars und Hinweise bezüglich wichtiger Punkte die es beim Notar zu beachten gilt.

Rolle des Notars

Das Schweizer Gesetz verlangt von einigen grossen Rechtsgeschäften wie beispielsweise dem Erwerb von Wohneigentum eine öffentliche Beurkundung. Diese muss durch einen Notar vorgenommen werden und erlangt erst durch die Unterzeichnung des Notars Rechtsgültigkeit. Beim Erwerb von Wohneigentum wird in den meisten Fällen der Verkäufer den Kaufvertrag gemeinsam mit einem Notar vorbereiten und ausarbeiten. Der provisorische Vertrag wird danach dem Käufer und Verkäufer zur Prüfung gesendet. Dies ist der Zeitpunkt um Änderungen oder Ergänzungen im Vertrag vorzunehmen und diese dem Notar mitzuteilen. Hier kommt der grosse Unterschied zwischen einem Anwalt und einem Notar zur Geltung. Der Notar muss eine neutrale Rolle einnehmen und vertritt somit beide Parteien gleichzeitig. Er wird also sowohl den Verkäufer als auch den Käufer über einseitige Klauseln aufmerksam machen. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass der Notar keine beratende wirtschaftliche Funktion einnimmt, sondern nur das Rechtsgeschäft prüft. Prüfen Sie also wirtschaftliche Bedenken beim Hauskauf selbständig im Voraus.

Der finale Termin beim Notar

Wurden die Änderungen und Anpassungen im Vertrag vorgenommen, werden Käufer und Verkäufer gemeinsam zum Notar für die Unterzeichnung eingeladen. Der Notar wird den Kaufvertrag vorlesen und dies ist die letzte Möglichkeit vor Unterzeichnung des Vertrags Änderungen vorzunehmen. Es ist allerdings empfehlenswert solche Anpassungen bereits im Voraus vorzunehmen, da ansonsten ein erneuter Termin beim Notar vereinbart werden muss, was zu zusätzlichen Kosten führt. Sind beide Parteien einverstanden, unterzeichnen Verkäufer und Käufer den Kaufvertrag und der Notar führt die öffentliche Beurkundung durch. Herzlichen Glückwunsch! Ab diesem Zeitpunkt übernehmen Sie die Rechte und Pflichten des Wohneigentums. Aber Vorsicht, Eigentümer werden Sie erst sobald das Grundbuchamt die Änderung im Grundbuch vorgenommen hat. Dies kann noch einige Wochen dauern.

Übernahme der Rechte und Pflichten

Ab dem Zeitpunkt der öffentlichen Beurkundung übernehmen Sie die Rechte und Pflichten der Liegenschaft. Dies bedeutet beispielsweise, dass Sie für allfällige Schäden beispielsweise durch ein Erdbeben die Kosten ab diesem Zeitpunkt übernehmen müssen. Mit der öffentlichen Beurkundung akzeptieren Sie auch das Rechtgeschäft. Folglich können keine Änderungen am Vertragswerk mehr vorgenommen werden. Ausgenommen davon sind rechtlich ungültige Bestandteile, welche auch nachträglich noch für nichtig erklärt werden können. Mit der öffentlichen Beurkundung und der Anmeldung an das Grundbuchamt hat der Notar sein Geschäft abgeschlossen und wird bald mit einer Rechnung auf Sie warten.

Notarkosten – wer zahlt?

Die Berechnung der anfallenden Notarkosten ist schweizweit nicht einheitlich geregelt und ist somit von Kanton zu Kanton unterschiedlich. In den meisten Fällen wird ein prozentualer Anteil des Kaufpreises des Wohneigentums als Kosten für den Notar veranlasst. Dieser prozentuale Anteil variiert zwischen den Kantonen stark. So wird beispielsweise im Kanton Zürich 0,1 Prozent des Kaufpreises fällig für Notarkosten, im Kanton Bern sind es hingegen 0,5 Prozent. Die Regelung wer die Notarkosten bezahlt ist ebenfalls kantonal unterschiedlich. Häufig übernimmt der Verkäufer die Notarkosten oder es wird eine solidarische Aufteilung zu gleichen Teilen für den Käufer und den Verkäufer vereinbart. Die Bezahlung des Notars kann direkt nach Eingang der Rechnung bezahlt werden. Wichtig zu beachten bei der kantonalen Regelung des Notariats ist es, dass die Tragweite eines Notars kantonal begrenzt ist. Es muss somit ein Notar aus dem Kanton des Kaufobjekts gewählt werden um die kantonalen Richtlinien einzuhalten

Bloss nichts überstürzen

Lassen Sie sich bei der Prüfung des Kaufvertrags ruhig genügend Zeit und lassen Sie sich nicht zu einer voreiligen Unterzeichnung drängen. Vor der Unterzeichnung sind Sie nach wie vor im Recht Anpassungen am Vertrag vorzunehmen. Änderungen im Nachhinein vorzunehmen ist kaum möglich, ausser er handelt sich um einen Verstoss gegen das Gesetz.

Erfahren Sie mehr!

Haben Sie weitere Fragen zur Thematik des Notars oder generelle Unklarheiten beim Thema Kauf/Verkauf einer Immobilie? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Das Team von Hypoauktion steht Ihnen als unabhängiger Experte in sämtlichen Belangen rund um das Thema Liegenschaftsfinanzierung zur Verfügung.

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